Innovative digitale Ermittlungsansätze (Nr. 1862)

20. März 2019, 09:00 - 15:30 Uhr
Koblenz

-    Nie mehr„Aussage gegen Aussage“ -

 

 

Inhalt:

Wir Strafjuristen kennen das ungute Gefühl, wenn sich eine Verurteilung allein auf Zeugenaussagen, schlimmstenfalls auf eine einzige Zeugenaussage stützen soll. Hier ist die Gefahr von Fehlurteilen besonders hoch. Aber müssen wir uns in solchen Fällen immer auf die Menschenkenntnis des Gerichts oder die Qualität eines Glaubwürdigkeitsgutachters verlassen?

Wird eine Straftat über der Bagatellgrenze begangen, ist es selbstverständlich, dass eine Spurensicherung stattfindet. Diese umfasst sichtbare Spuren wie Schuhspuren ebenso wie unsichtbare Spuren etwa in Form von DNA-Resten.

Doch der Mensch hinterlässt mittlerweile auch andere unsichtbare Spuren in Form einer Vielzahl personenbezo- gener Daten. Bei personenbezogenen Daten findet eine Spurensicherung, die alle tatsächlichen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, in aller Regel nicht statt. Dabei werfen diese Daten oft einen klaren Lichtschein in das Halbdunkel des Aussage-gegen-Aussage-Dilemmas. Kurz: Personenbezogene Daten sagen öfter die Wahrheit als Menschen.

Der Vortrag soll einen kleinen Spalt der Tür zur Welt der personenbezogenen Daten öffnen, die bislang in Strafverfahren nur eine ganz untergeordnete Rolle spielt.

Der Umfang der neuen Ermittlungsansätze geht bis zur Totalüberwachung des Menschen. Und dies wirft eine Menge rechtlicher Fragen auf.

 

Hinweis: Fortbildungsveranstaltung iSv § 15 FAO (5 Std.) für Fachanwälte für Strafrecht

Veranstaltungsort:
Rechtsanwaltskammer Koblenz
Rheinstraße 24-22
56068 Koblenz
Themenbereiche:
> Strafrecht
Referenten:
> Martin Reiter, Staatsanwalt Cybercrime-Koordinator der Staatsanwaltschaft Saarbrücken
Gebühr
148,00 €
Verfügbarkeit und Buchung
7
Plätze frei
Teilnehmeranzahl gesamt: 20
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